Übersicht genealogischer Auskunftsdienste

Nach der erfolgreichen Identifizierung Familienangehöriger durch Recherche in Standesämter und Kirchenbüchern tritt die Klärung der genaueren Lebensumstände in das Zentrum des Interesses. Personen können in Kriegen umgekommen oder vermisst sein, sodass Schicksal und Verbleib ermittelt werden sollen. Oft geht es auch einfach nur um das Erlangen zusätzlicher Informationen. In diesen Fällen kann sich eine Anfrage bei genealogischen Auskunftsdiensten lohnen. Diese verfügen über eigene Archive mit speziellem Schriftgut. Die Bearbeitung der Anfragen ist häufig kostenpflichtig und stellenweise mit langen Wartezeiten verbunden (im Zweifel vorher erkundigen). Die erlangten Informationen sind häufig umso ergiebiger. Im Folgenden werden einige ausgewählte Auskunftsdienste kurz beschrieben. Kontaktdaten etc. können den Webseiten der Institutionen entnommen werden.

ITS Bad Arolsen

http://www.its-arolsen.org/

Beschreibung: Das ITS hat die Aufgabe Schiksal und Verbleib von Opfern nationalsozialistischer Verfolgung zu klären. Zu diesem Zweck verfügt es über ein Archiv mit Hinweisen zu 17,5 Millionen Personen. Suchanfragen lohnen sich, wenn betreffende Person zu Zeiten des Nationalsozialismus gelebt hat, also ein potentielles Opfer ist. Auskunft wird den Opfern selbst und deren Familienangehörigen erteilt.

Kirchlicher Suchdienst

http://www.kirchlicher-suchdienst.de/

Beschreibung: Der Kirchliche Suchdienst verfügt über die Heimatortskartei, in der über 20 Millionen Personen aus den Vertreibungsgebieten (ehemalige Ostgebiete des Deutschen Reiches) erfasst sind. Als Stichtag gilt der 01.09.1939. Diese Institution dient der Klärung von Einzelschicksalen im Zusammenhang mit Flucht und Vertreibung aus einer speziellen Region. Je nach Betreuungsgebiet kann man sich mit der Anfrage an einen von sieben Standorten wenden. Auskünfte werden Behörden und Privatpersonen erteilt. Weiterhin verfügt der Kirchliche Suchdienst über ein Archiv von Feldpostbriefen, die nicht zugestellt werden konnten. Diese werden den Angehörigen, natürlich mit entsprechendem Nachweis, auch heute noch ausgehändigt.

Deutsche Dienststelle (WASt) für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen
von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht

http://www.dd-wast.de/

Beschreibung: Für den Genealogen sind u.a. die Ausstellung von Bescheinigungen über die militärische Dienstzeit (militärischer Lebenslauf), Klärung von Vermisstenschicksalen sowie die Entschlüsselung von Feldpostnummern und Erkennungsmarken interessant. Die WASt verfügt über umfangreiche Bestände mit Schriftgut militärischer Provenienz. Darunter befinden sich u.a. Personalunterlagen des Heeres und der Marine (1871 – 1947). Prinzipiell lohnt sich hier eine Abfrage aller männlichen Personen im „wehrfähigen“ Alter. Die kostenpflichtige Auskunft wird den Betroffenen selbst und deren Familienangehörigen nach Nachweis der Verwandschaft erteilt bzw. mit Genehmigung dieser auch Dritten. Die Wartezeit auf eine Auskunft kann unter Umständen recht lange dauern.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

http://www.volksbund.de/

Beschreibung: Dieser Verein kümmert sich vorwiegend um die Kriegsgräber der vergangenen Kriege. Hierzu gehört auch die Suche und Bestattung vermisster Gefallener. In der jahrelangen Arbeit ist auch ein Archiv entstanden, das wertvolle Hinweise auf einzelne Personen der Familiengeschichte enthalten kann.

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