Ahnenforschung leicht gemacht

Wem ist es nicht auch schon einmal so gegangen? Man sitzt auf einer Familienfeier bei einem Stück Kuchen zusammen und auf einmal kommt ein Gespräch über einen verstorbenen Verwandten, ehemalige Wohnorte, persönliche Schicksale – kurz die Vergangenheit – auf. Man lauscht dann gespannt und fragt sich: Wer waren diese Personen, die man selbst evtl. nicht mehr kennengelernt hat? Was haben sie erlebt? Wo kamen sie her, wo gingen sie hin? 🙂 Um diesen Fragen nachzugehen, kann man sich der Ahnenforschung bedienen. Doch es ist Vorsicht geboten: Ahnenforschung, oder auch Genealogie genannt, kann süchtig machen.

Wie geht man nun am besten vor?
Zuerst sollte man sich ein Genealogie-Programm auf dem Rechner installieren, um gleich richtig loslegen zu können. Das bietet den Vorteil, dass Daten leichter zu verwalten sind. Verwendet man einen Laptop, kann man auch ortsunabhängig arbeiten. Man ist so in der Lage die Informationen direkt im Archiv oder anderen Orten einzugeben. Ich benutze z.B. GRAMPS. Das ist in meinen Augen sehr gut, kostenlos und meines Wissens auch unter Windows lauffähig. Es gibt aber auch andere. Eine Übersicht findet man zum Beispiel im GenWiki des Vereins für Computergenealogie e.V..

Ist man soweit vorbereitet, kann man anfangen, ausgehend von der Hauptperson (Proband), die Daten der Eltern, Großeltern und aller bekannten Personen einzutragen. Interessant sind zunächst Geburts-, Tauf-, Hochzeits- und Sterbedaten mit Ort. Diese sollten möglichst urkundlich bzw. durch entsprechende Quellen belegt sein. Personenstandsunterlagen aus Standesämtern und Archiven sowie vor 1876 Kirchenbucheinträge enthalten zumeist zusätzliche Hinweise. So sind Angaben zu Eltern der betreffenden Person, Alter zum Sterbezeitpunkt, etc. enthalten, die weitere Recherchen auch zur Vorgängergeneration ermöglichen. Man hangelt sich also von Hinweis zu Hinweis.

Zunächst sollten diese Daten jedoch im Gespräch mit Verwandten erfragt werden, da so Kosten und aufwändige Recherchen vermieden werden. Meist haben Angehörige auch alte Fotos oder Unterlagen bereits Verstorbener aufgehoben, sodass hier „vergessene“ Informationen schlummern können. Diese Unterlagen sollte man sich kopieren, um später darauf zurückgreifen zu können. Werden im Gespräch Vermutungen geäußert, sollten diese notiert und später durch eigene Recherchen und Quellen belegt bzw. widerlegt werden. Die Informationen die Verwandte und Bekannte haben, führen schon einen guten Teil weiter, hören aber meist bei den Großeltern der Auskunft gebenden Person auf. Hier muss man dann andere Methoden anwenden.

Für die weiteren Nachforschung und die Ergänzung der vorhandenen Daten sollte man den Gang in entsprechende Archive nicht scheuen. Bei Vorabrecherchen in Archiven sind meist keine Online-Findmittel verfügbar, besonders wenn es sich um kleinere Stadtarchive handelt. Meist sind die Archivare aber bereit eMails zu beantworten, sodass man einschätzen kann, ob sich ein Besuch vor Ort lohnt. Historische Hilfswissenschaften spielen in diesem Zusammenhang natürlich auch eine Rolle. Vor allem das Lesen alter Schriften ist von großem Wert. Manchmal ist ein Besuch vor Ort nur schwer umzusetzen und mit viel Mühe und großem Aufwand verbunden. Hier gibt es immer häufiger auch die Möglichkeit das Internet für die Ahnenforschung zu nutzen. Es stehen Datenbanken wie familysearch.org, ancestry.de oder die Datenbanken des Vereins für Computergenealogie e.V. zur Verfügung. Archive digitalisieren zunehmend ihre Archivalien, sodass man bequem von zuhause aus arbeiten kann. Weblogs wie z.B. archivalia oder pommerschergreif bieten häufig Hinweise auf neue Onlinequellen und interessante Bestände. Angebote im Internet können kostenpflichtig sein.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit sich mit konkreten Fragestellungen an genealogische Auskunftsstellen zu wenden. Siehe hierzu meinen vorherigen Beitrag „Übersicht genealogischer Auskunftsdienste“. Hier ist dann stellenweise mit größerem finanziellem Aufwand und langen Wartezeiten, aber auch interessanten Erkenntnissen zu rechnen. Auch der Kontakt zu anderen Genealogen sollte nicht unterschätzt werden. Je weiter man in der Vergangenheit zurück geht, desto größer ist die Chance, dass es andere Personen gibt, die evtl. gleiche Linien oder gleiche Orte wie man selbst bearbeiten. Hier sollte man Möglichkeiten des Austausches nutzen.

Bei allem was man im Bereich Ahnenforschung tut, sollte eine sorgfältige Dokumentation im Vordergrund stehen. Also was wurde wann und wo recherchiert und gefunden. Dies hilft spätere Arbeit erleichtern und doppelte Recherchen zu vermeiden.

Wenn diese einsteigenden Hinweise beachtet werden, sollte man schnell Fortschritte machen und dabei an Erfahrung gewinnen. Evtl. findet man sogar Gesetzmäßigkeiten der Genealogie bei der Arbeit.

Ahnenforschung ist ein Prozess, der wahrscheinlich nie abgeschlossen ist.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s